Veranstaltungen im September und Oktober 2020

  • 3. bis 4. September 2020, SEVAL-Kongress 2020: «Partizipation in der Evaluation: Illusion oder Notwendigkeit?»

Der Jahreskongress 2020 der Schweizerischen Evaluationsgesellschaft (SEVAL) fand vom 3. bis 4. September 2020 in Freiburg statt. Bei den verschiedenen Methodenateliers, Konferenzen und Workshops stand das Thema Partizipation in der Evaluation, d.h. der Einbezug von Interessengruppen aus der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung in den Evaluationsprozess, im Zentrum. Auch beim Monitoring spielt Partizipation eine wichtige Rolle: Es gilt, Daten zu sammeln und Informationen über den Zustand eines bestimmten Systems aus einer langfristigen Perspektive zu liefern. Das Monitoring ist ein Werkzeug zur globalen Steuerung der Politik, zielt aber nicht darauf ab, Aussagen zur Wirksamkeit einzelner Entscheide zu machen. 

Insbesondere im Rahmen des Monitorings der Ziele für nachhaltige Entwicklung und der Legislaturziele des Bundesrats wurden partizipative Ansätze entwickelt, bei denen die Wissenschaft und die öffentliche Verwaltung einbezogen werden. Bei seinem Methodenatelier hat das Bundesamt für Statistik diese Ansätze präsentiert und aufgezeigt, wie sich die verschiedenen Interessengruppen am Aufbau und an den laufenden Aktivitäten eines Monitoringsystems beteiligen können, ohne die Unabhängigkeit und die Grundsätze der öffentlichen Statistik zu beeinträchtigen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.seval.ch/news-veranstaltungen/veranstaltungen/seval-kongress-2020/ 

  • 5. Oktober 2020, 15. Sitzung der Reihe des Asia-Pacific Stats Café: Finanzierung der statistischen Entwicklung

Die Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (ESCAP) organisierte in Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft in Bangkok die 15. virtuelle Sitzung des Asia-Pacific Stats Café zum Thema «Finanzierung der statistischen Entwicklung».

Das Asia-Pacific Stats Café ist eine Reihe von Webinar-Sitzungen, die von der Statistikabteilung der ESCAP als Reaktion auf die Beratungsanfragen der Länder und im Hinblick auf einen Erfahrungsaustausch über die Auswirkungen von Covid-19 auf die nationalen Statistiksysteme ins Leben gerufen wurde.

Die 15. Sitzung fand in Form eines Webinars sowie einer 15-minütigen Frage-Antwort-Runde statt, bei der es um Daten und Statistiken zur Finanzierung der Entwicklung im asiatisch-pazifischen Raum ging. Dabei wurden jüngste Entwicklungen im Bereich der Finanzierung von Entwicklungsdaten, insbesondere das Berner Netzwerk zur Finanzierung der Datenentwicklung, vorgestellt. I.E. Ayush Ariunzaya (Ministerin für Arbeit und soziale Sicherheit, Mongolei), Thomas Gass (Leiter des Bereichs Südzuammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Schweiz), Johannes Jütting (Executive Head der Partnerschaft für Entwicklungsstatistik im 21. Jahrhundert [PARIS21] und Sekretariat des Berner Netzwerks zur Finanzierung der Datenentwicklung), Francesca Perruci (Leiterin der Dienststelle für Entwicklungsdaten und Sensibilisierung, Abteilung Statistik, DAES, und Sekretariat der Vereinten Nationen für Weltdaten) und weitere Rednerinnen und Redner trugen zur Online-Diskussion bei.https://roadtobern.swiss/de/event/15th-session-of-asia-pacific-stats-cafe-series-financing-statistical-development/

  • 5. und 12. Oktober, Wissenschaftscafé «Die Macht der Zahlen» in Bern und Thun

Am 5. und 12. Oktober fanden die Wissenschaftscafés von Science et Cité zum Thema der Macht der Zahlen statt. Podiumsgäste waren Georges-Simon Ulrich, Direktor des Bundesamts für Statistik, Martina Bräm, ehemalige Leiterin Design, Digitale Bezahlmedien von Tamedia AG, und Prof. Reinhard Riedl, Co-Leiter des Instituts Digital Enabling der Berner Fachhochschule.

Die Expertinnen und Experten tauschten sich mit dem Publikum insbesondere über die Bedeutung von Daten in der politischen Entscheidungsfindung sowie über die Verfügbarkeit, die Transparenz und die Unabhängigkeit von Daten in Bezug auf die Politik aus. Dabei wurden auch die Chancen und Risiken von Big Data und deren Abgrenzung gegenüber Statistiken erörtert.

Das Programm zu den Wissenschaftscafés finden Sie hier:https://www.science-et-cite.ch/de/wissenschaftscafes

  • 12. Oktober 2020, 2. ASEAN-Forum über die Ziele der nachhaltigen Entwicklung mit nationalen Entwicklungsplanungsagenturen

Das 2. von der ASEAN organisierte Forum fand online statt und bot eine Plattform für den Dialog zwischen den nationalen Entwicklungsplanungsagenturen und den interinstitutionellen Koordinationsplattformen der ASEAN-Mitgliedstaaten. Ziel war eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDGs), insbesondere im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie. Überdies wurden im Hinblick auf die Aktionsdekade («action decade») Strategien zur Stärkung von Statistiken und Daten diskutiert, mit denen die Fortschritte bei der Erreichung der SDGs beobachtet werden können.

Thema des ersten Runden Tisches war die Umsetzung der SDGs in den ASEAN-Ländern über fünf Jahre, die dabei erzielten Fortschritte, Erkenntnisse und die Zukunftsperspektiven. Herr Arman Bidarbakhtnia (Leiter der Einheit Verwaltung statistischer Daten, Abteilung Statistik, ESCAP) und Frau Orawan Yafa (Executive Director des ACSDSD) erläuterten ihre Ansichten dazu.

Der zweite Runde Tisch befasste sich mit der Stärkung von Daten und Statistiken, um die Umsetzung der SDGs in den ASEAN-Ländern voranzubringen. Johannes Jütting (Executive Head der Partnerschaft für Entwicklungsstatistik im 21. Jahrhundert [PARIS21]) äusserte sich hierzu, insbesondere im Hinblick auf eine Diskussion möglicher Strategien zur besseren Erzeugung und Erhebung von brauchbaren Daten.https://roadtobern.swiss/de/event/2nd-asean-forum-on-sdgs-with-national-development-planning-agencies/

  • 14. Oktober 2020, 4. Dialog der Road to Bern via Genf: Verwendung der Daten

Dieser vierte Dialog widmete sich der letzten Phase des Datenmanagements, nämlich der Datennutzung. Es geht darum, Daten (Big Data) benutzerfreundlicher zu machen. Daten sind zwar heute so verfügbar wie noch nie, Schätzungen zufolge sind aber bis zu 90% davon unbrauchbar, da es an wichtigem Kontext fehlt. Und dies obschon die Daten grosses Potenzial hätten, die Entscheidungsfindung, die Politikgestaltung oder die Überwachung der Umsetzung der SDGs zu verbessern. Was können wir tun, um diesen negativen Trend zu brechen und kontextbezogenere Daten zu erhalten? Einer der Schlüssel liegt in der Datenvisualisierung.

Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und das Weltwirtschaftsforum waren Co-Organisatoren dieser Zoom-Sitzung.

Die Road to Bern via Genf ist mit diesem vierten Dialog nicht abgeschlossen, sondern wird auch 2021 weitergeführt.https://roadtobern.swiss/de/event/4-dialog-der-road-to-bern-via-genf-verwendung-von-daten/

  • 15. Oktober 2020, Dateninnovation in der öffentlichen Statistik – «Road to Bern»-Webinar

Die Global Working Group (GWG) der Vereinten Nationen zu Big Data in der öffentlichen Statistik führte gemeinsam mit dem Bundesamt für Statistik (BFS) ein Webinar zum Thema Dateninnovation in der öffentlichen Statistik durch.

Die GWG ist ein zwischenstaatliches Organ, das der UNO-Statistikkommission unterstellt ist. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von 30 Ländern und 16 internationalen Organisationen zusammen. Die Gruppe arbeitet mit einer Vielzahl von Fachleuten zusammen, um Empfehlungen zur Verwendung von Big Data, Datenwissenschaft und modernsten Technologien zu erarbeiten und damit letztlich zur Erstellung aktuellerer und aussagekräftiger statistischer Indikatoren beizutragen. Ronald Jansen (stellvertretender Direktor der UNO-Statistikabteilung) stellte als Redner am Webinar die GWG vor.

Das BFS ist bereits aktiv geworden und hat die Datenwissenschaft in sein Geschäftsportfolio aufgenommen. Dies wird nicht nur dem Amt selbst, sondern auch anderen Departementen der Bundesverwaltung zugutekommen. Bertrand Loison (Vizedirektor des BFS) als zweiter Redner des Webinars präsentierte das Kompetenzzentrum für Datenwissenschaft des BFS, das am 1. Januar 2021 seinen Betrieb aufnehmen wird.

Die Erst- und die Zweitplatzierten des von der GWG organisierten Hackathons zur Nutzung von AIS-Daten («Blue Carbon team» und «Data Caliber group») stellten anschliessend ihre Anwendungen vor.https://roadtobern.swiss/de/event/data-innovation-in-official-statistics-road-to-bern-webinar/

  • 19. bis 21. Oktober 2020: Virtuelles Weltdatenforum der Vereinten Nationen 2020

Das Weltdatenforum fand vom 19. bis 21. Oktober 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie virtuell statt. Über 10 000 Personen aus rund hundert Ländern nahmen daran teil. Die Veranstaltung wurde am 19. Oktober 2020 von hochrangigen Rednerinnen und Rednern eröffnet, darunter Bundesrat Alain Berset, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern, Amina J. Mohammed, Vize-Generalsekretärin der Vereinten Nationen, und Mark Suzman, Generaldirektor der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung.

Das virtuelle Forum umfasste drei hochrangige Plenarsitzungen, 30 direkt übertragene Nebensitzungen, über 30 vorgängig aufgezeichnete Sitzungen sowie virtuelle Ausstellungen. Dabei wurden mehrere Leitthemen diskutiert. Insbesondere ging es darum, wie Daten für die politische Entscheidungsfindung und die Erarbeitung von Massnahmen im Zuge der Covid-19-Pandemie besser genutzt werden können. Des Weiteren standen die Entwicklung von Strategien zum Schutz der Privatsphäre und zur Steigerung des Vertrauens in Daten sowie die Optimierung von deren Verfügbarkeit im Hinblick auf die Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung im Zentrum.

An den drei Tagen konnten die Zusammenarbeit zur Bereitstellung von Daten im Bereich nachhaltige Entwicklung intensiviert und der dringende Aufruf zu einer besseren Finanzierung der Datenproduktion im Hinblick auf mehr Qualität erneuert werden.

Das ursprünglich für Oktober 2020 geplante Weltdatenforum (UNWDF) wird vom 3. bis 6. Oktober 2021 in Bern vor Ort stattfinden. https://roadtobern.swiss/de/event/virtual-united-nations-world-data-forum-2020/

  • 21. Oktober 2020, Rendez-vous Bundesplatz – Side-Event «Bringen die weltweiten sozialen Ungleichheiten die nachhaltige Entwicklung zu Fall»?

An diesem ersten Side-Event im Rahmen des Lichtspektakels Rendez-vous Bundesplatz stiess das Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern Überlegungen zu Ungleichheiten und Armut an.

Eröffnet wurde der Abend mit den Begrüssungsworten von Jacques Ducrest, Delegierter des Bundesrats für die Agenda 2030, Brigitte Roux, Initiantin und Produzentin des Rendez-vous Bundesplatz, und Reto Nause, Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern. Sie betonten die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie.

Anschliessend präsentierte Christoph Bader, Wissenschaftler am CDE, Fakten und Zahlen zu Armut und globalen Einkommens- und Vermögensungleichheiten, wobei er die verschiedenen Folgen aufzeigte. In den letzten 40 Jahren gingen die Gewinne aus dem Wirtschaftswachstum an die reichsten Bevölkerungsschichten, womit die sozialen Ungleichheiten weltweit dramatische Ausmasse angenommen haben. Darüber diskutierten anschliessend Sabin Bieri, Direktorin des CDE, und Thomas Gass, Vizedirektor und Leiter des Bereichs Südzuammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

  • 22. Oktober 2020, Rendez-vous Bundesplatz – Side-Event «Ist die Schweiz ein Entwicklungsland»?

Der zweite Side-Event im Rahmen des Rendez-vous Bundesplatz hinterfragte die Nachhaltigkeit der Schweiz und die Umsetzung der Agenda 2030 fünf Jahre nach deren Unterzeichnung. Diese Themen standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion zwischen Aline Trede, Nationalrätin Grüne, Jacques Ducrest, Delegierter des Bundesrats für die Agenda 2030, und Eva Schmassmann, Geschäftsführerin der Koordinationsstelle der Plattform Agenda 2030. Die Moderation übernahm Daniel Hitzig, Verantwortlicher Medien und Kommunikation bei Alliance Sud.

Alle Beteiligten unterstützten die Durchführung einer Diskussion auf dem Bundesplatz zum Thema Nachhaltigkeit in der Schweiz ausdrücklich, wiesen aber auch auf den Bedarf hin, die Thematik direkt ins Parlament zu tragen, wo sie noch nicht genügend Beachtung erhält. Auch eine stärkere Rolle des Bundes wurde erwogen, bis die neue Strategie für die nachhaltige Entwicklung und deren Konkretisierung in einem Plan feststehen, wie dies von der Plattform Agenda 2030 gewünscht wird. Schliesslich kamen auch die verschiedenen Themenbereiche der Agenda 2030 zur Sprache, insbesondere die Unterstützung des Wirtschaftswachstums je nach Entwicklungsstadium.

Über folgenden Link können Sie die Diskussion nachträglich mitverfolgen:https://www.youtube.com/watch?v=yBaohDlfYdk&t=77s

  1. 22. Oktober 2020, das BFS stellt sich vor: die Menschen hinter den Statistiken und was Unternehmen lernen können

Die Entrepreneurs’ Organization (EO) Switzerland wurde 1999 gegründet und zählt heute über 140 Mitglieder. Die Zürcher Niederlassung lud den Direktor des Bundesamts für Statistik Georges-Simon Ulrich ein, die Rolle der öffentlichen Statistik vorzustellen. Die ursprünglich vor Ort geplante Konferenz wurde schliesslich virtuell abgehalten.

Zu Beginn des Vortrags präsentierte der Direktor kurz das Bundesamt für Statistik (BFS), seine Handlungsfelder und neusten Entwicklungen. Anschliessend ging es vertieft um die Beziehungen zwischen dem BFS und den Unternehmen, wobei auch ein Porträt von EO Zurich gezeichnet wurde. Der Einfluss der Unternehmen wurde auch im Hinblick auf das Monitoring der nachhaltigen Entwicklung, das Teil des BFS-Pflichtenhefts ist, unterstrichen. Den Abschluss des Vortrags bildete eine lebhafte Diskussion zwischen dem Direktor und den Mitgliedern von EO Zurich.

  1. 28. Oktober 2020, Forum ö 2020: Und jetzt? Gemeinsam die Zukunft der Schweizer Wirtschaft schmieden!

Das jährlich stattfindende Forum ö wurde dieses Jahr erstmals virtuell durchgeführt. In diesem neuen Format wurden verschiedene Vorträge, anregende Diskussions- und Fragerunden sowie kollaborative Dialogsessions abgehalten. Die behandelten Themen reichten von der Agenda 2030 über die Bedeutung einer regenerativen Wirtschaft angesichts der aktuellen Herausforderungen bis zu einem Generationenaustausch.

Der Workshop «Dialog Bund und Wirtschaft: Gemeinsame Mehrwerte der Agenda 2030» diente als Startschuss der Workshopreihe «Zukunftsschmiede» des Forums ö und seiner Partnerunternehmen. In folgenden Workshops sollen gemeinsam Lösungen erarbeitet werden:

  1. Internationaler Klimawandel & Resilienz der Wertschöpfungsketten: Wie können sich Unternehmen darauf vorbereiten?
  2. Was sind Wege hin zu neuen kooperativen Ansätzen für den Einkauf kreislauffähiger Produkte?
  3. Unternehmenstransformation & Wertewandel: Die Rolle des ICHs?
  4. Implementierung der Sustainable Development Goals: Wie das Feuer im Unternehmen entfachen?
  5. Nachhaltige Berufsbildung: Wie packen wir es an in der Schweiz – und wer?

Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung:https://www.oebu.ch/de/events/event-kalender/forum-oe-2020-und-jetzt-gemeinsam-die-zukunft-der-schweizer-wirtschaft-schmieden!-5311.html