Jahresbericht 2020

Die Road to Bern auf internationaler Ebene

Im Rahmen der im Januar 2020 lancierten Road to Bern fanden zahlreiche nationale und internationale Events statt. Im Lauf des Jahres wurden 17 internationale Veranstaltungen durchgeführt, die eine oder mehrere Stunden bis mehrere Tage dauerten. Einige fanden vor Ort in Frankreich (Paris), Ägypten (Kairo), in der Schweiz (Davos und Genf) oder bei der UNO in New York statt, andere wurden aufgrund der Covid-19-Pandemie rein virtuell durchgeführt, und wieder andere waren Mischformen.

Organisiert wurden diese Veranstaltungen zur Vorbereitung des UNO-Weltdatenforums 2021 (UNWDF) von der Schweizerischen Eidgenossenschaft (EDI, EDA und UVEK) in Zusammenarbeit mit der UNO sowie zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern von anderen Ländern, verschiedenen Finanzinstituten, internationalen Organisationen, wissenschaftlichen Kreisen usw. Insbesondere trugen die UNO-Statistikabteilung (UNSD), die Partnerschaft für Entwicklungsstatistik im 21. Jahrhundert (PARIS21), das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), die Internationale Organisation für Migration (IOM), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Weltbank, das nationale Statistikamt von Moldawien sowie viele weitere Akteure zum Erfolg dieser Veranstaltungen bei.

Die im Rahmen der Road to Bern behandelten Themen waren sehr vielfältig, konzentrierten sich aber 2020 auf vier Kernthemen: Daten für die soziale Verantwortung, die Finanzierung von Daten und Statistiken, Geschlechterstatistiken sowie die Digitalisierung. Letztere wurde insbesondere im Rahmen einer Reihe von vier sogenannten Dialogen in Genf sowie virtuell behandelt (Road to Bern via Geneva).

Bei sämtlichen Events lag der Fokus auf der Agenda 2030 und der Verwendung von Daten zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDG). Unter anderem ging es um den Bedarf an solideren Institutionen und mehr Innovation, die Notwendigkeit einer besseren Datenqualität sowie einer stärkeren und gezielteren Finanzierung der nationalen Statistiksysteme, die Situation in zehn Jahren sowie die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Monitoring der Nachhaltigkeitsziele. All diese Aspekte sind grundlegend für die Umsetzung der Agenda 2030.

Für mehrere Veranstaltungen konnten namhafte Rednerinnen und Redner gewonnen werden.  So trugen unter anderem Alain Berset (Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departementes des Innern), Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus (Generaldirektor der WHO), I.E. Ayush Ariunzaya (Ministerin für Arbeit und soziale Sicherheit, Mongolei), Thomas Gass (Leiter des Bereichs Südzuammenarbeit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Schweiz), Johannes Jütting (Executive Head von PARIS21 und Sekretariat des Berner Netzwerks zur Finanzierung der Datenentwicklung) sowie Francesca Perruci (Leiterin der Dienststelle für Entwicklungsdaten und Sensibilisierung, UNO-Statisitkabteilung) zu den Events bei.

Ursprünglich hätte das UNWDF dieses Jahr stattfinden sollen, doch aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde vom 19. bis 21. Oktober 2020 lediglich eine virtuelle Ausgabe durchgeführt. An den drei Tagen konnten die Zusammenarbeit zur Bereitstellung von Daten im Bereich nachhaltige Entwicklung intensiviert und der dringende Aufruf zu einer besseren Finanzierung der Datenproduktion im Hinblick auf mehr Qualität erneuert werden. Die Diskussionen werden im Lauf des kommenden Jahres bis zum UNWDF 2021 in Bern fortgesetzt.

Die Road to Bern auf nationaler Ebene

Trotz der aussergewöhnlichen Situation fanden 2020 im Rahmen der Road to Bern auf nationaler Ebene 14 Veranstaltungen statt, die mit verschiedenen Publikationen ergänzt wurden und so die Gelegenheit für bereichernde Diskussionen boten. Auf nationaler Ebene besteht das Ziel der Road to Bern darin, die Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz zu fördern und die Rolle von Daten für das Monitoring zu stärken.

Die Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesamt für Statistik, EDA-Abteilung Sektorielle Aussenpolitiken, Direktion für Entwicklungszusammenarbeit, Bundesamt für Raumentwicklung, Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann), die Wissenschaft (Akademien der Wissenschaften Schweiz, Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW, Centre for Development and Environment CDE, Stiftung Science et Cité, Schweizerische Gesellschaft für Statistik SSS, Universität Bern), der Privatsektor (öbu, Entrepreneurs’ Organization Zürich), die Zivilgesellschaft und weitere Partner (AllianceSud, OceanCare, opendata.ch, Plattform Agenda 2030, SDSN Switzerland, Schweizerische Evaluationsgesellschaft SEVAL, Swiss Alliance for Data-Intensive Services, Schweizerischer Städteverband) trugen zum Erfolg der Road to Bern 2020 bei.

Im Zentrum des Austauschs stand die Statistik. Die Veranstaltungen konzentrierten sich auf folgende Hauptachsen: Rolle von Daten und Statistiken bei der Umsetzung der Agenda 2030, nötige Innovationen für das Datensystem (multithematische Indikatoren, Datenwissenschaft, partizipative Ansätze) im Hinblick auf die Messung der Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (SDG), Stand der Nachhaltigkeit in der Schweiz und Bedeutung von Daten für die politische Entscheidfindung.

Verschiedene Initiativen für die Analyse der Fortschritte im Bereich SDG, beispielsweise die Indikatorensysteme, die Fortschrittsberichte oder die Indizes für nachhaltige Entwicklung, wurden ausgiebig diskutiert. Dabei rückten insbesondere auch die 103 MONET-Indikatoren in den Fokus, die einen Überblick über die SDG in der Schweiz geben. Zwei partizipative Ansätze wurden präsentiert: die Legislaturindikatoren des Bundesrats und das Monitoring der nachhaltigen Entwicklung in den Kantonen und Städten. Mit diesen Schweizer Beispielen wurde der Einbezug von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Verwaltung bei der Entwicklung, Überwachung und Evaluation bestimmter Projekte illustriert. Als neue Datenquellen für die Messung der SDG wurden die Datenwissenschaft (einschliesslich Big Data), der Privatsektor (Beiträge der Unternehmen oder erhobene Daten z.B. im Energiesektor) sowie die Geistes- und Sozialwissenschaften genannt.

Im Rahmen des Lichtspektakels «Rendez-vous Bundesplatz», das ebenfalls dem Thema nachhaltige Entwicklung gewidmet war, konnte sich die Öffentlichkeit zur Messung von Armut und Ungleichheit sowie zum aktuellen Stand der Nachhaltigkeit in der Schweiz austauschen. Die Veranstaltungsreihe sollte ursprünglich mit zusätzlichen elf Anlässen fortgesetzt werden, die jedoch aufgrund der aktuellen Lage auf 2021 verschoben wurden.

Um die Reichweite der Road to Bern zu vergrössern, wurden auch zahlreiche Kommunikationsmassnahmen ergriffen. Insbesondere wurden Artikel publiziert (Bulletin der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften: Bulletin 1/20 und 2/20; Bulletin der Schweizerischen Gesellschaft für Statistik; Eine Welt) und die offiziellen Mitteilungen des Bundesamtes für Statistik mit einem Kasten zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung ergänzt. Darüber hinaus haben die Mitarbeitenden des BFS im Rahmen von 17 Videos für jedes der 17 Nachhaltigkeitsziele in 17 Sekunden eine Statistik vorgestellt.

Road to Bern Outlook sur 2021

Mit der Verschiebung des UNWDF von Oktober 2020 auf den Oktober 2021 wurde die Road to Bern um 50 Wochen verlängert. Diese Chancen nutzen wir und führen, wie oben bereits beschreiben, unsere Aktivitäten weiter. Die Schwerpunkte werden die gleichen bleiben: Data for Social Accountability, die Finanzierung von Daten- und Statistiksystemen (naher Bezug zum Bern Network), Gender Statistics und Digitalisierung. Zudem werden wir immer wieder das Thema Data and Pandemics einbinden. Natürlich gibt es eine ganze Reihe von weiteren Themen, die wir national und international mit euch besprechen möchten.

Wir werden ab dem 1. Januar 2021 vermehrt zudem den Dialog mit der breiten Bevölkerung suchen – einige spanende Ideen stehen im Raum. Sobald diese ausgereift sind, werden wir diese auf unserer Seite publizieren.

Wir laden alle Interessierten ein, sich bei uns zu melden um spannende Themen aufzubringen. Meldet euch, wenn ihr Ideen und Vorschläge habt: roadtobern@bfs.admin.ch

Wir wünschen euch allen einen guten Start in das Jahr 2021, das bestimmt befriedigender wird als das vergangene Jahr. Wir haben nun noch 278 Tage bis zum dritten physischen UNWDF, welches in der Schweizer Bundesstat Bern stattfinden wird. Wir geniessen nun noch ein paar freie Tage und freuen uns sehr darauf, das Jahre 2021 im Rahmen der Road to Bern mit euch gemeinsam zu bestreiten und vor allem, euch am Sonntag, 3. Oktober im Kursaal Bern zur Eröffnung des UNWDF begrüsse zu können!

Euer Projektteam Road to Bern / UNWDF