Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Die Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der Gegenwart entspricht, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Sie erfordert gemeinsame Massnahmen zum Aufbau einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Welt für den Einzelnen und den Planeten, in der jeder seinen Platz hat.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

«In einer Welt, in der alles global ist, in der die Probleme global sind – vom Klimawandel bis zur Bewegung von Menschen – gibt es keine Möglichkeit, dass Länder das alleine schaffen. Wir brauchen globale Antworten, und globale Antworten brauchen multilaterale Institutionen, die in der Lage sind, ihre Rolle zu spielen.» UN-Generalsekretär António Guterres‘ Bemerkungen auf dem Gipfel der Weltregierung 2017.

Die Agenda 2030 ist ein wichtiger Meilenstein für die nachhaltige Entwicklung. Seit 2016 ist sie der global geltende Rahmen für die nationalen und internationalen Bemühungen zur gemeinsamen Lösung der grossen Herausforderungen der Menschheit und der Welt, wie, zum Beispiel extreme Armut, Klimawandel, Umweltzerstörung oder Gesundheitskrisen. Die Agenda 2030 ist universell: sie verpflichtet alle Staaten – im Norden wie im Süden – und bildet den Rahmen für die nationalen Politiken zur nachhaltigen Entwicklung bis 2030.

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) sind das Kernstück der Agenda 2030. Sie lösen Ende 2015 die Millenniumsentwicklungsziele, sowie die 1992 in Rio de Janeiro verabschiedete Agenda 21, ab. Die SDGs basieren auf dem Erfolg der MDGs, gehen jedoch noch einen Schritt weiter, um alle Formen von Armut zu beseitigen. Die Ziele sind einzigartig, da alle Länder – Industrie- und Entwicklungsländer – dazu aufgerufen werden, den Wohlstand zu fördern und den Planeten zu schützen. Sie erkennen an, dass die Armut beseitigt und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum gefördert werden muss, während gleichzeitig der Klimawandel und der Umweltschutz angegangen und eine gleichmässigere Verteilung der Ressourcen gewährleistet werden muss.

Bei der «Agenda 2030» geht es, anders als noch bei den UNO-Millenniumszielen, die Agenda 2030 ermöglichte es, sich von der Logik der MDGs zu lösen, bei der der Norden seine Lösungen in den Süden brachte. Es geht insbesondere darum, dass man der Mehrheit der Staaten hilft, die nötigen Mittel auf nationaler Ebene zu beschaffen. Nur so ist eine nachhaltige Entwicklung möglich.

Alleine mit der klassischen staatlichen Entwicklungshilfe lassen sich die hoch gesteckten Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen.

Die Umsetzung der Agenda 2030 ist das Geschäft aller. Auch der Privatsektor muss sich finanziell beteiligen. Nachhaltige Finanzierungen bieten viele Chancen.

Um sicherzustellen, dass niemand auf der Strecke bleibt, ist es wichtig, dass sämtliche Ziele und Unterziele bis 2030 erreicht werden. Die SDGs tragen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung in ausgewogener Weise Rechnung und führen zum ersten Mal Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung in einer Agenda zusammen. Darüber hinaus trägt die Agenda 2030 der Tatsache Rechnung, dass nachhaltige Entwicklung Frieden, Sicherheit und die Achtung der Menschenrechte erfordert.

Die 17 Ziele lauten wie folgt:

  1. Keine Armut: Nur mithilfe von integrativem Wirtschaftswachstum ist es möglich, dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen und die Gleichstellung zu fördern.
  2. Kein Hunger: Der Ernährungs- und Landwirtschaftssektor bietet nachhaltige Lösungen für die Entwicklung und ist von zentraler Bedeutung für die Bekämpfung von Hunger und Armut.
  3. Gesundheit und Wohlergehen: Die Sicherstellung eines gesunden Lebens und die Förderung des Wohlergehens für alle in allen Altersgruppen sind für eine nachhaltige Entwicklung unerlässlich.
  4. Hochwertige Bildung: Der Zugang zu einer hochwertigen Bildung ist die Grundlage für bessere Lebensbedingungen und eine nachhaltige Entwicklung.
  5. Geschlechtergleichheit: Die Gleichstellung der Geschlechter ist nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht, sondern eine notwendige Grundlage für eine friedliche, wohlhabende und nachhaltige Welt.
  6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen: Sauberes, zugängliches Wasser für alle ist ein wesentlicher Bestandteil der Welt, in der wir leben wollen.
  7. Bezahlbare und saubere Energie: Energie spielt bei fast jeder grossen Herausforderung oder Chance eine zentrale Rolle.
  8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Für nachhaltiges Wirtschaftswachstum müssen die Unternehmen gute Rahmenbedingungen schaffen, um den Menschen hochwertige Arbeitsplätze zu bieten.
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur: Investitionen in die Infrastruktur sind entscheidend für eine nachhaltige Entwicklung.
  10. Weniger Ungleichheiten: Zur Bekämpfung der Ungleichheiten muss die Politik grundsätzlich allgemeingültig sein und die Bedürfnisse von benachteiligten und ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen berücksichtigen.
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden: Die Städte müssen Chancen für alle mit Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Energie, Wohnraum, Transport und vielem mehr gewährleisten.
  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster: Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion zielen darauf ab, aus weniger mehr und Besseres zu machen.
  13. Massnahmen zum Klimaschutz: Der Klimawandel betrifft alle Menschen auf der ganzen Welt.
  14. Leben unter Wasser: Der sorgfältige Umgang mit dieser wichtigen globalen Ressource ist wesentlich für eine nachhaltige Zukunft.
  15. Leben an Land: Es braucht Massnahmen, um die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, die Wüstenbildung zu bekämpfen, die Bodendegradation zu stoppen und rückgängig zu machen und den Biodiversitätsverlust zu reduzieren.
  16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Es gilt, allen Menschen Zugang zur Justiz zu ermöglichen und wirksame, rechenschaftspflichtige Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.
  17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung muss wiederbelebt werden.

Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung

In der Aktionsagenda von Addis Abeba der dritten Internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung sind konkrete Politiken und Massnahmen zur Unterstützung der Umsetzung der Agenda 2030 beschrieben.

Die Umsetzung und Wirkung hängt von den Politiken, Plänen und Programmen der Länder ab und erfolgt unter Führung der Regierungen. Die SDGs dienen als Orientierung, um die Pläne der Länder mit den globalen Herausforderungen in Einklang zu bringen.

Die nationalen Strategien für nachhaltige Entwicklung werden von den Ländern geleitet und erfordern andere Strategien, um Ressourcen zu mobilisieren und die notwendige Finanzierung zu finden.

Alle Stakeholder (u.a. Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatsektor) müssen bei der Umsetzung der neuen Agenda, im Rahmen ihrer internen Richtlinien, mitwirken.

Belebte Partnerschaften sind auf allen Ebenen erforderlich, um die Anstrengungen der Regierungen zu ergänzen. Dies ist in der Agenda 2030 festgehalten.

«Der Bericht über die Ziele der nachhaltige Entwicklung 2019» des UNO-Generalsekretärs Antonio Guterrez zeigt, dass in einigen kritischen Bereichen Fortschritte erzielt werden und dass einige positive Trends erkennbar sind:

  • signifikante Abnahme der extremen Armut;
  • Senkung der Sterblichkeitsrate unter 5 Jahren, zwischen 2000 und 2017, um 49 Prozent;
  • Impfungen haben Millionen von Menschenleben gerettet, und
  • die überwiegende Mehrheit der Weltbevölkerung hat heute Zugang zu Strom.

Die Länder ergreifen konkrete Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten:

  • Seit 2010 haben sich die Meeresschutzgebiete verdoppelt;
  • die Länder arbeiten gemeinsam an der Bekämpfung der illegalen Fischerei;
  • 186 Parteien haben das Pariser Übereinkommen über den Klimawandel ratifiziert, und fast alle haben ihre ersten national festgelegten Beiträge übermittelt.
  • Etwa 150 Länder haben nationale Strategien entwickelt, um auf die Herausforderungen der schnellen Urbanisierung zu reagieren, und
  • 71 Länder und die Europäische Union verfügen inzwischen über mehr als 300 Strategien und Instrumente zur Unterstützung eines nachhaltigen Konsums und einer nachhaltigen Produktion.

Dieser UNO Bericht nennt viele Bereiche, die dringend einer gemeinsamen Aufmerksamkeit bedürfen. Die Umwelt verschlechtert sich in alarmierender Weise: Der Meeresspiegel steigt; die Versauerung der Ozeane nimmt zu; die letzten vier Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen; eine Million Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht; und die Bodendegradation setzt sich ungebremst fort. Dieser UNO-Bericht verweist darauf, dass wir uns auch zu langsam in unseren Bemühungen, menschliches Leid zu beenden und zu schaffen, bewegen. Der globale Hunger nimmt zu, und mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung verfügt nicht über grundlegende Gesundheitsdienste. Mehr als die Hälfte der Kinder auf der Welt erfüllen nicht die Standards in Lesen und Mathematik; nur 28 Prozent der Menschen mit schweren Behinderungen erhielten Geldleistungen; und Frauen in allen Teilen der Welt sind nach wie vor mit strukturellen Nachteilen und Diskriminierung konfrontiert.

Strategie Nachhaltige Entwicklung des Bundesrates

Die Strategie für nachhaltige Entwicklung des Bundesrates zielt darauf ab, eine kohärente Politik für eine nachhaltige Entwicklung in der Schweiz mit der Agenda 2030 als Bezugsrahmen zu gewährleisten. Sie definiert die politischen Prioritäten, die der Bundesrat für eine mittel- und langfristige nachhaltige Entwicklung setzt. Der Aktionsplan der Strategie beschreibt die Massnahmen, die der Bund in der Legislaturperiode ergreifen will. Die Strategie für nachhaltige Entwicklung wird derzeit überarbeitet. In der neuen Strategie werden die wichtigsten zu erreichenden Ziele und die strategischen Achsen bis 2030 festgelegt und durch einen Aktionsplan für den Zeitraum 2020-2023 ergänzt.

Stand der Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz

Nach Verabschiedung der Agenda 2030 auf globaler Ebene veröffentlichte der Bundesrat 2018 den nationalen Bericht über die Umsetzung der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung in der Schweiz, der auf einem Inventar basiert. Im Rahmen dieser Überprüfung hat die Bundesverwaltung die 17 Ziele und 169 Ziele im Rahmen eines umfassenden Prozesses in den Schweizer Kontext gestellt, um zu prüfen, wo die Schweiz steht, welche Massnahmen zurzeit umgesetzt werden und welche Herausforderungen noch bevorstehen.

Die Schweiz ist bereits weit fortgeschritten, um verschiedene SDGs zu erreichen und hat mehrere SDG-Unterzielvorgaben erfüllt. So herrschen in der Schweiz beispielsweise weder extreme Armut noch Hunger. Bildung ist kostenlos, obligatorisch und hochwertig.

Die Bestandsaufnahme identifizierte jedoch Bereiche, in denen auf nationaler und internationaler Ebene Anstrengungen über die bestehenden Politiken hinaus erforderlich wären. Der Verbrauch von natürlichen Ressourcen zum Beispiel nimmt insgesamt zu.

Der Materialbilanz der Schweiz wächst, was der nachhaltigen Entwicklung zuwiderläuft. Der Verbrauch der natürlichen Ressourcen, die für die Produktion und den Transport von Waren und Dienstleistungen, die in der Schweiz konsumiert werden, notwendig sind, nimmt zu, insbesondere der Anteil der Importe, der zu einer zunehmenden Umweltbelastung im Ausland.

In anderen Bereichen ist ein kontinuierlich hohes Engagement gefragt, damit die SDGs erreicht werden können. In Bezug auf den Grundsatz «niemanden zurücklassen» sorgt die Schweiz dafür, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Menschen mit Behinderungen, einbezogen werden und auch zum Wohlstand des Landes beitragen können.

Umsetzung auf internationaler Ebene

Die Schweiz trägt im Rahmen ihrer Aussenpolitik zur Erreichung der Agenda 2030 und deren 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) bei. Die Agenda 2030 dient der Schweiz als Referenzrahmen für ihre Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2017–2020. Mit ihren Programmen und Projekten unterstützt die Schweiz ihre Partnerländer bei der Erreichung der SDG und ihrer eigenen Entwicklungsziele. Dafür brauchen die Partnerländer unter anderem effiziente Statistiksysteme, die eine Evaluation ihrer Entwicklungsanstrengungen ermöglichen. Um die Entwicklungsziele in ihrer Gesamtheit zu erreichen sind Partnerschaften unerlässlich – z. B. zwischen Regierungen, dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft. Dafür wurde eigens ein SDG formuliert, das SDG 17. Die Schweiz trägt hier bei, indem sie beispielsweise in ihren Partnerländern die Mobilisierung inländischer Ressourcen stärkt. Auf supranationaler Ebene fördert sie ein multilaterales, universelles, reguliertes und diskriminierungsfreies Wirtschaftssystem.

Im Einklang mit dem Grundsatz der Agenda 2030, niemanden zurückzulassen, konzentriert sich die internationale Zusammenarbeit der Schweiz auf Menschen, die in Armut leben, wobei den Schwächsten besondere Aufmerksamkeit gilt. Die Schweiz trägt zur Bekämpfung von Ausgrenzung, Diskriminierung und Ungleichheit der Geschlechter bei, indem sie zum Beispiel die institutionellen Kapazitäten stärkt und Reformen unterstützt. Ausserdem sollen Informationssysteme und die Produktion aufgeschlüsselter Daten, die die Herausforderungen vernachlässigter Bevölkerungsschichten aufzeigen, verbessert und dadurch die Rechenschaftspflicht der verantwortlichen Regierungsstellen gegenüber der Bevölkerung gestärkt werden. In Benin beispielsweise verfolgt die Regierung einen neuen Ansatz, der sich auf die Bedürfnisse der ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung konzentriert. Dieser «P20» genannte Ansatz, den die Schweiz unterstützt, trägt zum Verständnis bei, wie Regierungen Daten nutzen können, um Entwicklungsfortschritte bei besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu identifizieren.

Die Schweiz setzt die Agenda 2030 auch im Rahmen ihrer bilateralen Beziehungen mit ihren Nachbarstaaten, den europäischen Staaten und den meisten Industriestaaten um. Die Schweiz ist bestrebt, die Entwicklungsziele in ihre internationalen Beziehungen zu integrieren, beispielsweise im Bereich der Energie (Förderung erneuerbarer Energien) oder im Bereich der Bildung (Förderung der dualen Bildung). In den multilateralen Gremien wie UNO, WTO und ILO – alle mit Sitz in Genf – macht sie sich ebenfalls für die Umsetzung der Agenda 2030 stark.

Monitoring der Ziele für nachhaltige Entwicklung

Die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 auf globaler Ebene werden anhand einer Liste von 232 Indikatoren überwacht, die von der Inter-Agentur und der Expertengruppe für SDG-Indikatoren entwickelt wurden. Diese Gruppe, die sich aus Vertretern der nationalen statistischen Ämter zusammensetzt, steht unter der Schirmherrschaft der Statistikkommission der Vereinten Nationen. Jedes Land ist verpflichtet, Daten für diesen Indikatorensatz vorzulegen, der von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 6. Juli 2017 genehmigt wurde. Die Daten werden an die UN-Organisationen (Custodian Agency) übermittelt, die für die Indikatoren in ihrem Kompetenzbereich verantwortlich sind. Jedes Jahr beteiligen sich etwa 50 Agenturen an der Erhebung und Harmonisierung der erforderlichen nationalen Daten, die dann an die UN-Statistikabteilung zur Veröffentlichung übermittelt werden.

Die Regierungen werden aufgefordert, ihre eigenen nationalen Indikatoren zu entwickeln, um die Überwachung der Ziele und Vorgaben in ihrem nationalen Kontext zu unterstützen, und ermöglicht gleichzeitig die Überwachung von einigen wichtigen Aspekten der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz, die nicht oder nur wenig behandelt sind, darunter etwa die Bereiche Kultur, Mobilität und Verkehr oder sozialer Zusammenhalt.

Das System MONET 2030 wird auch zur Überwachung der Strategie des Bundesrates für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt.

In der Schweiz wird das 2030 MONET-Indikatorensystem herangezogen, um die Umsetzung der Agenda 2030 auf nationaler Ebene und die Erreichung der Unterziele im Schweizer Kontext zu beobachten. Das 2003 für die allgemeine Nachhaltigkeitsprüfung ins Leben gerufene System MONET wurde weiterentwickelt, um die Fortschritte der Schweiz bei der Umsetzung der Agenda 2030 zu beobachten.

Die online veröffentlichten Indikatoren dienen als Grundlage für die nationalen und internationalen Berichte zur Umsetzung der Agenda 2030.

Das Indikatorensystem MONET 2030 ist ein gemeinsames Projekt, das vom Bundesamt für Statistik (BFS) geleitet und vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), dem Staatssekretariat des EDA (STS/EDA) und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) unterstützt wird.

Für das Monitoring auf Ebene der Kantone und Städte wird der «Cercle Indicateurs» herangezogen. Dieser wird zurzeit auf den Referenzrahmen der Agenda 2030 abgestimmt.

Rolle der öffentlichen Statistik beim Monitoring der Ziele für nachhaltige Entwicklung

«Without evidence of where we stand now we cannot confidently chart our path forward in realizing the Sustainable Development Goals.» (Ohne genaue Kenntnis, wo wir jetzt stehen, kommen wir auf unserem Weg zur Umsetzung der SDGs nicht voran.)

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, Sustainable Development Goals Report 2018.

Am 6. Juli 2017 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Resolution 71/313 «Work of the Statistical Commission pertaining to the 2030 Agenda for Sustainable Development». In dieser Resolution wird das Augenmerk insbesondere auf den Bedarf an hochwertigen, zugänglichen, aktuellen und zuverlässigen aufgeschlüsselten Daten gerichtet. Zudem wird betont, dass bei der Durchführung sämtlicher Aktivitäten des globalen Statistiksystems zwingend die Grundprinzipien der öffentlichen Statistik einzuhalten sind, die die Transparenz, Neutralität, Unabhängigkeit und Vergleichbarkeit der Daten sicherstellen. Der globale Rahmen der Indikatoren für das Monitoring der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist Teil dieser Resolution. Die 232 globalen Indikatoren werden durch von den UN-Mitgliedstaaten entwickelte regionale und nationale Indikatoren ergänzt.

Die Daten der nationalen Statistiksysteme bilden die Grundlage für die Zusammenstellung der globalen Indikatoren. Anhand solcher Systeme wurden im Rahmen zahlreicher wichtiger Initiativen weltweit neue Werkzeuge und Rahmenbedingungen zur Integration neuer Datenquellen geschaffen, damit die Vorteile der Datenrevolution voll ausgeschöpft und die Ziele und Unterziele der Agenda 2030 verfolgt werden können. Diese Anstrengungen sind besonders wichtig, wenn es darum geht, die am stärksten Benachteiligten zu identifizieren. Die Daten sind zunehmend nach Einkommen, Geschlecht, Alter, Rasse, ethnischer Herkunft, Migrationsstatus, Behinderung, geografischer Region und weiteren Merkmalen aufgeschlüsselt. Solche detaillierten Informationen sind grundlegend für eine effiziente Politik.

Nationale Reportings und Plattformen für die Verbreitung von Daten zu den SDGs sind für die politischen Entscheidungsträger sowie für sämtliche Stakeholder unerlässlich, um zu erkennen, welche Fortschritte erzielt wurden und welche Massnahmen noch zu ergreifen sind. Diese Werkzeuge sind auch für die Zusammenstellung der nationalen Daten entscheidend, da sie Daten und Metadaten des gesamten Statistiksystems miteinander verknüpfen. Damit können eine höhere Datenqualität und eine bessere Koordination auf Ebene des nationalen Statistiksystems sichergestellt werden.