Gewalt gegen Frauen und Mädchen: statistisch erfassen und beenden

Abgesagt

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine Menschenrechtsverletzung und ein Indiz für die ungleichen Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern. Von den 278 Opfern der zwischen 2009 und 2019 in der Schweiz erfolgten Tötungsdelikte im häuslichen Bereich waren 74% Frauen und Mädchen. 52% der polizeilich registrierten Straftaten im häuslichen Bereich fanden in einer bestehenden Paarbeziehung statt. 2019 sind 19 Frauen infolge häuslicher Gewalt gestorben. Gemäss einer Studie des Büros INFRAS sind jedes Jahr rund 27 000 Kinder mit häuslicher Gewalt in ihrem Haushalt konfrontiert und damit dem Risiko kurz- und langfristiger Konsequenzen ausgesetzt.
Weltweit erlebt laut der OECD nahezu jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Partner. Anfang 2020 schätzte die UNO-Frauenorganisation «UN Women», dass im Vorjahr 18% der Frauen und Mädchen sexueller und/oder körperlicher Gewalt durch ihren Partner ausgesetzt waren. Diese Problematik nimmt im Zuge der Covid-19-Pandemie tendenziell zu.

Die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Rahmen der Agenda 2030 hat für die Schweiz auf nationaler und internationaler Ebene Priorität. Darüber hinaus fordert Artikel 11 des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention), das die Schweiz 2017 unterzeichnet hat, dass die Vertragsparteien statistische Daten zu allen in den Geltungsbereich des Übereinkommens fallenden Formen von Gewalt sammeln.
Statistiken sind nicht nur technischer Natur, sie sind auch ein wichtiges Werkzeug zur Sensibilisierung der Bevölkerung und zur gezielten Erarbeitung von politischen Massnahmen für die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen. Sie sind folglich unerlässlich, damit die Schweiz dieses Übel effizient bekämpfen kann.

Die Veranstaltung findet im Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) statt und wird vom Bundesamt für Statistik und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit gemeinsam durchgeführt.
Die Teilnehmenden diskutieren über die Bedeutung von Statistiken und Indikatoren für die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und damit im Endeffekt für die Erreichung des fünften Ziels für nachhaltige Entwicklung (SDG), «Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen», sowie des Unterziels 5.2, «Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschliesslich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen». Die Podiumsgäste präsentieren die statistische Situation in der Schweiz sowie die laufenden Projekte und diskutieren über die Herausforderungen in diesem Bereich, insbesondere in Pandemiezeiten. Die bei diesem Treffen angestellten Überlegungen werden beim Weltdatenforum der Vereinten Nationen, das vom 3. bis 6. Oktober 2021 in Bern stattfindet und an dem unter anderem ein Schwerpunkt auf Genderstatistiken gelegt wird, erneut thematisiert.

Die Veranstaltung findet am 18. November 2020 von 19.00 bis 20.15 Uhr in Bern statt. Sie bildet den Auftakt zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November.

Sylvie Durrer, die Direktorin des EBG, eröffnet die Diskussion.

Die Podiumsgäste vertreten folgende Einheiten:
• BFS
• EBG
• Kantonspolizei
• DEZA
• Zivilgesellschaft

Abgerundet wird die Diskussion mit einer Fragerunde sowie Schlussbemerkungen.

Schutzkonzept: Aufgrund der aktuellen Lage wurde gemäss den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit ein Schutzkonzept entwickelt. An den Veranstaltungen in der Berner Kantonalbank und im Bellevue Palace dürfen maximal 60 Personen teilnehmen. Die Anmeldung ist obligatorisch und ermöglicht das Contact Tracing. Bei Bedarf werden die Kontaktangaben an die Behörden weitergeleitet. 14 Tage nach der Veranstaltung werden die Daten gelöscht. An allen Gebäudeeingängen wird Desinfektionsmittel bereitgestellt. Die Sicherheitsabstände zwischen den Sitzplätzen werden eingehalten und es besteht Maskenpflicht (Referent/innen ausgenommen).

Anmelden können Sie sich hier: https://forms.gle/K6Mib4gsxmMroXJj7

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