Gewalt gegen Frauen im privaten und öffentlichen Bereich: Massnahmen zur Bekämpfung

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Gewalt gegen Frauen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und Ausdruck der ungleichen Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern. Gemäss Angaben der Vereinten Nationen wurden 2017 insgesamt 87 000 Frauen vorsätzlich getötet, 58% von ihnen von ihrem Partner oder einem anderen Familienmitglied. Demzufolge werden täglich 137 Frauen durch eine wichtige Vertrauens- und Bezugsperson getötet. Im Zuge der Covid-19-Pandemie und der entsprechenden Mobilitätseinschränkungen, die die Opfer von Gewalt häufig dazu zwangen, sich mit den Tätern auf engem Raum aufzuhalten, hat sich die Situation verschärft. Jüngste Daten und Berichte weisen darauf hin, dass die Gewalt gegen Frauen und Mädchen, insbesondere die häusliche Gewalt, in zahlreichen Ländern zugenommen hat.
Eine Studie der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Interparlamentarischen Union (IPU) aus dem Jahr 2018 über Gewalt gegen Frauen in der Politik zeigte ein alarmierendes Ausmass an Sexismus, Belästigung und Gewalt gegen Frauen in nationalen Parlamenten auf. 85% der Parlamentarierinnen, die an der Studie teilnahmen, waren nach eigenen Angaben während ihrer Amtszeit psychischer Gewalt ausgesetzt. Das ist eine besorgniserregende Zahl. Nahezu ein Viertel gab an, Opfer von sexueller Belästigung geworden zu sein.
Die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) hat Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt konsequent verurteilt. 2008 forderte die PACE die Verabschiedung rechtsverbindlicher europäischer Standards in Bezug auf die Gewalt gegen Frauen, was zur Verhandlung und Ausarbeitung des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) führte, der als «Goldstandard» für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen gilt.
Artikel 11 des Übereinkommens fordert, dass die Vertragsparteien zuverlässige aufgeschlüsselte statistische Daten zu allen in den Geltungsbereich des Übereinkommens fallenden Formen von Gewalt erheben und zudem anerkennen, dass die Datenerhebungen nicht nur technischer Natur sind. Sie sind in erster Linie ein wichtiges Mittel zur gezielten Erarbeitung von politischen Massnahmen für die Verhütung und Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und bilden für die Mitgliedstaaten eine entscheidende Grundlage, um dieses Leid effizient zu bekämpfen.
Die Podiumsgäste diskutieren über die Bedeutung von Daten, Statistiken und Indikatoren für die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und für die Erreichung des fünften Ziels für nachhaltige Entwicklung (SDG), «Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen» sowie des Unterziels 5.2, «Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschliesslich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen». Die Podiumsgäste präsentieren die anstehenden Herausforderungen sowie Best-Practices auf nationaler, europäischer und globaler Ebene. Die Diskussionen geben einen Ausblick auf das im Oktober 2021 in der Schweiz stattfindende Weltdatenforum der Vereinten Nationen, das unter anderem dem Thema Genderstatistiken gewidmet ist.

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